Aranien 1207 (Bericht von Siegard Otto zu Hohentann)

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Inhaltsverzeichnis

Bericht des Hofritters Siegard zu Hohentann

Fürstliche Hoheit,

erneut richtete euer ergebenster Diener, Siegard Otto zu Hohentann, seine Schritte in das Fürstentum Aranien. Der Adel dieses Fürstentums ist bemüht jedes Jahr in einer anderen Grafschaft Gäste aus eigenen und fremden Domänen zu vor-winterlicher Zeit begrüßen zu können. Nachdem der Besuch in den Jahren 1204 und 1206 in der Grafschaft Teklenburg stattfand, war diesmal Ravensberg das Ziel der Reise. Der Grund warum 1205 keine derartige Festivität abgehalten wurde konnte ich nicht in Erfahrung bringen ohne die Gastgeber über die Gebühr zu bedrängen.

In meiner Begleitung befand die Dame Sina zu Wesenhoop, die Schwester eures ergebensten Vogtes, sowie mein Knappe Leopold und Jonas, ein Page des Sebastian Drake, Baron zu Horneburg, da dieser mich bat, den Pagen auf seine Eignung für einen Tritt zu überprüfen. Im Anschluss an meinem Besuch in Tiisgradt schlossen sich darüber hinaus noch der Ritter des Barons von Horneburg, Herr Patrick sowie seine Gattin, die Dame Isadora unserer Reisegruppe an. Als Abschluss wurde unsere Gesellschaft noch abgerundet mit dem Strahlenkranz der gesselschaftlichen Volkommenheit durch die Dame Marie-Danielle de Villaret, einer Dame aus Duree-Carresse und Vertraute der dortigen Freigräfin.

Der erste Abend

Wir wurden vom Gastgeber, dem Herren Utz von Bonneberg auf seiner Feste begrüßt. Er gewährte uns Gastrecht und wir bedankten uns vorläufig durch die Übergabe der Gastgeschenke. Er wies uns auch darauf hin das anders als in den anderen Grafschaften von Aranien, der Zeitpunkt für die Festivität nicht ohne Bedacht gewählt worden sei, sondern man das Fest der Schlacht von Versmold begehen wollte. Dazu sollte in traditionellen Spielen den Ereignissen aus Zeiten der Vorväter gedacht werden und die Helden besungen werden.

Das Fest von Versmold begeht den Tag einer Schlacht in der eine kleine Gruppe von treuen Streitern das Lehen ihrer Herrin verteidigten, und so eine schändliche Rebellion des Sohnes ihrer Herrin gegen seine Mutter niederwarfen. Die Getreuen wurden zwar in der Schlacht geschlagen, und erlitten hier auch den Heldentod, doch war ihr Plan erfolgreich. Den währen der Sohn in blinder Wut gegen die Mauern von Versmold brandete, war dies nur eine Finte um die Angreifer in die Irre zu führen. Der bewustlose Leib der Mutter war auf eine andere Feste gebracht worden, konnte dort gepflegt werden und sie konnte ihre anderen Getreuen um sich scharen. Die Helden von Versmold, obwohl sie wussten das sie das Schlachtfeld nur auf ihren Schilden verlassen konnten, und das sie eine leere Burg verteidigten, hielten doch den Gegner für die entscheidende Zeit auf und brachten so im Ende den Sieg für die rechtmäßige Herrscherin über Ravensberg.

Gemäß der Heldentaten wurden allerlei Spiele ausgerufen um der Helden zu gedenkten. Es sollten alle Gäste den Gastgeber im ritterlichen Kampfe herausfordern, um die zahlenmäßig Überlegenheit des Angreifers und den Kampfesmut der Versmolder zu beweisen. Es sollten Epen für die Helden verfasst werden und Kunstwerke zu ihrer Ehr erstellt werden, und weiteres mehr. Ich habe mich auch sofort in die List für die Herausforderer für den Herrn Utz eingetragen, da meine Ritterlichepflicht es nicht erlaubte dem Kampfe auszuweichen. Ansonsten wurde am Abend getafelt und schon ein kleines wenig das Tanzbein geschwungen als der Abend älter wurde. Entspannte Athmosphäre allentalben.

Neben einige Einheimischen Gästen und meinen Begleitern aus der Hohenmark, Duree-Carress und Weyden waren auch Edle aus Aquitanien, Burgund, Manuga sowie einige weiterer Länder anwesend.

Zwei Kleinigkeiten bleibt hier noch zu erwähnen: Seine Fürstliche Hoheit, Friedrich von Bardengau, Prinz zu Bardengau, Ritter zu Rath war auch anwesend, und da wir beide nun nicht durch Tiisgrather Recht gehindert wurden, erbaten wir von Herrn Utz das Recht, unseren Zweikampf ausführen zu dürfen. Dies wurde umgehend gewährt.

Ein Schaar von Pagen überraschte Prinz Friedrich und mich, als wir uns unterhielten, und forderte mich zum Zweikampf. Als ich ihn nach seinem Stande fragte antwortete er sei Page. Darauf hingewiesen, da er mich aus seinem Stand nicht fordern könne, bestätigte er aber die Forderung. Da ich mit dem Aranischen Recht nicht im Detail vertraut bin und dies auch von Grafschaft zu Grafschaft bisweilen starke Unterschiede zeigt, hielt ich es für besser seinem Herren darüber zu informieren, das sein Page mich gefordert hätte. Ich befragte also den Pagen, und dieser antwortete das der Hausherr selbst, Utz von Bonneberg sein Herr sei. Nach meinem Gespräch mich dem Prinzen begab ich mich nun also direkt zu Herrn Utz und fragte nach dem Recht in Ravensberg bezüglich Forderungn von Pagen an Herren. Er bestätigte mir, das es sei wie ich angenommen hatte: Die Forderung zwischen dem Pagen und mir gelte als von ihm ausgesprochen. Wir einigten uns darauf, das für die Spiel ich ihn ja ohnehin gefordert hätte und wir es damit abgelten wollten. Ein Ministrale der bei der Unterhaltung dabei gestanden hatte verließ die Seite seines Herren mit schnellem Schritt als ich geendet hatte.

Morgens

Nach einem Frühstück, bei dem der Gastgeber es uns an nichts missen lies, machten Prinz Friedrich und ich uns bereit für den Zweikampf. Nachdem Herr Utz auch sein Frühstück eingenommen hatte und seine Gäste bat, uns beiwohnen zu wollen, traten wir auf den Burghof und machten uns für den Kampf bereit.

Bereits am Abend hatte sich Reimund von Vinnenberg, ein sehr ehrbarer Ritter aus der Grafschaft Tecklenburg in Aranien, gegen den ich bereits auf der Turney zu Rotrosen in Normont nicht nur gestochen, sondern hernach auch trefflich gesoffen hatte, sich als mein Sekundant angeboten. Herr Patrick war sofort bereit für seine Fürstliche Hoheit als Sekundant aufzutreten. Schnell waren auch die Waffen und Rüstung abgesprochen.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, das ich den Zweikampf nicht für mich entscheiden konnte. Seine Fürstliche Hoheit weis eine Axt im nahen Kampf mit dem Gegner zu führen und konnte meinen längeren Stiel leicht unterlaufen. Zwar bot sich mir das eine oder andere Mal eine Öffnung in der Deckung des Prinzen, aber lediglich am Kopf des Prinzen. Da er auf ein fortlassen der Helme bestanden hatte, konnte ich diese Lücken nicht nutzen, da es weder mein ritterlicher Anstand noch die hellen Kleider der anwesenden Damen zuließen, seine Stirn ein wenig mit meinem Hentzen zu bearbeiten. So gilt also forthin entschieden, das der Stand das Vorrecht bei der Forderung an einen dritten vor dem Empfänger der Beleidigung haben soll.

Danach schritt man zum ersten Spiele, dem Bestürmen des Herrn Utz, vom Herren von Vinnenberg ein wenig abfällig mit 'Der Utz schwitzt' tituliert. Doch schwitzen wollte der Utz nicht wirklich und konnte mit überragender Beherrschung aller Waffen, egal ob Langes Schwert, Axt, Schwert und Schild oder nur ein kurzer Dolch, beinahe jeden Gegner in die Schranken weisen. Von den 12 angreifenden Herren konnte er 9 zurückschlagen. Und selbst die verbleibenden drei trugen den Sieg nur knapp davon.

In einem Gestampfe, in dem nicht nur die Ritter den Kampf aufnahmen, sondern auch Kämpfer aus dem Volk teilnehmen konnten, wurde die Schlacht bei Versmold dargestellt und ging zu Gunsten der Verteidiger aus.

Nachmittag

Abend

TODO: Tanz, Manuga, Rat an den Herrn von Vinnenberg.