Ritter
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Einführung
Der Ritter war das militärische Rückrat der Gesellschaft. Auch wenn sowohl in der deutschen wie der französischen Sprache das Wort vor allem auf den Reiter hinweißt, so ist im gesamten europäischen Kulturbereich der Ritter ursprünglich ein Soldat gewesen der dem Lehnsherren zum militärischen Dienst verpflichtet war.
Bis zum Spätmittelalter hatte sich die Ritterschaft als eigene Gesellschaftsgruppe herausgeformt. Sie besaßen das Land, das sie verwalteten und das ihnen als Grundlage für den Erhalt der militärischen Ausrüstung diente. Sie waren nach wie vor verpflichtet, diese Ausrüstung sowie ihre Ausbildung die sie erhalten dem Lehnsherren zur Verfügung zu stellen und für ihn zu kämpfen. Mit der gesellschaftlichen Sonderstellung entwickelte sich auch ein Verhaltenskodex, der den Ritter vom wütend und mordend umherziehenden Krieger und Söldner unterscheiden sollte. Es wird wohl wenige Ritter gegeben haben, die alle Anforderungen dieses Kodexes immer erfüllten.
Aber vom gewöhnlichen Kämpfer unterschied der Ritter sich neben der Ausrüstung auch durch eine sorgfältige Ausbildung (der gemeine Kämpe muste das meiste durch learning-on-the-job aneigenen). So wurde der spätere Ritter von Kindesbeinen an auf seine spätere Rolle vorbereitet. Mit ca. 7 Jahren wurde er zum Pagen. Dies ist im Mittelalter ein übliches Alter für Kinder gewesen um mit der Verrichtung von Arbeiten zu beginnen.
Mit 14 bis 16 wurde er zum Knappen getreten. Damit begann die eigentliche Ausbildung zum Ritter, mit militärischem Drill, Ausbildung an Waffen, Jagen, Schwimmen, Ringen und Faustkampf, aber auch dem Verhalten bei Tisch, Tanzen und Rechnen. Wenn der ausbildende Ritter dies für nützlich erachtete, lernte der Knapppe auch schreiben.
Je nach Eignung konnte ein Knappe ab ca. 20 erst zum Schildknappen und dann mit der Zeremonie der Schwertleite zum Ritter werden. Einige wurde nie zum Ritter geleitet und blieben Knappen. Diese nannte man Armiger, Alt-Knappen.
Die Tugenden
Ein Ritter zeichnet sich durch die Befolgung der Ritterlichen Tugenden aus.
- Treue (mhd.: triuwe): Loyalität, Aufrichtigkeit
- Dienstbereitschaft (mhd.: dienest)
- Ehre (mhd.: êre): Ansehen, Geltung, Würde
- Mannhaftigkeit (mhd.: manheit): Kampfesmut, Tapferkeit
- Zucht (mhd.: zuht): Anstand, Wohlerzogenheit
- Beständigkeit (mhd.: stæte): Verlässlichkeit
- Milde (mhd.: milte): Freigiebigkeit, Barmherzigkeit, Großzügigkeit
- Demut (mhd.: diemüete)
- Verstand (mhd.: sin)
- Guter Mut (mhd.: hôher muot): seelische Hochstimmung
- Höflichkeit (mhd.: höveschkeit)
- Lebensfreude (mhd.: vröude, frôude)
- Arbeitsamkeit (mhd.: arebeit): Fleiß
- Edler Stand (mhd.: art)
- Maßhaltung (mhd.: mâze): maßvolles Leben, Zurückhaltung, Mäßigung der Leidenschaften
- Schönheit (mhd.: schöne)
Bisweilen wird auch der Reichtum als Tugend aufgezählt, aber dies ist scheinbar eine spätere Entwicklung, denn z.B. im "Guilliome Marechal, der größte aller Ritter" wird berichtet wie ebendieser Guilliome Marechal sein bestes tat um (rechtmäßig) erworbenen Reichtum wieder auszugeben, da das Anhäufen von Reichtümern einem Ritter nicht ansteht.
Mehr zu [Ritterlichen Tugenden] im [LarpWiki]
